Archiv für Januar 2011

Der Ossi singt: Sie haben uns, ein Denkmal gebaut…

Das gefällt uns, das finden wir super. Und zwar die Ideen für die Aktion „Lobeda soll schöner werden“:

Es soll ein Objekt sein, mit welchem sich die Bewohner identifizieren können. Durch die Erinnerung an Obst, das Symbol für die Erinnerung an die schwierigen Verhältnisse in der ehemaligen DDR bringt jeder seine eigene Assoziation mit. Außerdem kann dies medienwirksam verwendet werden.

Da haben wir noch weitere Vorschläge:

Geschichten, die das Leben schrieb…

Sachverhalt: Eine Bürgerin, gleichzeitig Hundebesitzerin, wurde innerhalb eines Monats von einem fremden Hund gebissen. Grund war, dass der fremde Hund nicht an der Leine geführt wurde.

Ergebnis: Hier kann nur ein Appell an alle Hundebesitzer erfolgen. Es besteht Leinenzwang! Laut Ordnungsbehördlicher Verordnung der Stadt Jena (§ 13 Tierhaltung) müssen Hunde auf Wegen von Grün- und Parkanlagen an der Leine geführt werden. Ebenfalls ist es untersagt, Hunde auf Straßen und in öffentlichen Anlagen unbeaufsichtigt umherlaufen zu lassen.
Foto des Vorganges: kein Foto vorhanden

Quelle: Jenapolis

„Hallo Jena!“ – Live-Hörspiel

Beim OKJ gibts das Hörspiel „Jenaer Stadtrat“ live zu hören. Jenapolis, auch hier wieder vielen Dank an die Bratwurstjournaille, tippt wie gewohnt ab:

18.17 Uhr: Das Glöckchen wurde geläutet und der Versammlungsleiter Benjamin Koppe hat die Beschlußfähigkeit festgestellt.

18.09 Uhr: Die Stadträte kommen jetzt aus dem Plenarsaal. Jetzt kann es nur noch einen Moment dauern, bis der öffentliche Teil der 18. Sitzung des aktuellen Jenaer Stadtrates beginnt.

17.40 Uhr: Die Redaktion von Jenapolis ist bereit, der OKJ auch, Stadtrat tag noch im nichtöffentlichen Teil

Wir fügen hinzu:

18:25 Uhr: *piep piep, piep piep: Katharina König hat eine SMS erhalten (jemand hat bei Facebook kommentiert)

18:28 Uhr: Student erhält Prämie „Saaletörtchen“

18:30 Uhr: OB beruhigt Bürger bezüglich Strompreise (es wird teurer, aber Jenapolis berichtet live darüber)

18:35 Uhr: Enttäuschter Bürger: „Das mit der Eisbahn hat sich erledigt, Weihnachten is vorbei.“

18:37 Uhr: 225.000 Euro für Ballfangnetze und Schaukeln (TÜV-Standards eingehalten) genehmigt, Planstelle für die Spielplätze wegrationalisiert

18:39 Uhr: Nachfrage eines Bürgers: „Gibt es weitere Bedarfe in den Vororten?“

18:40 Uhr: „Einheimischer Getränkeanbieter kann sich die Kosten für den Weihnachtsmarktstand nicht leisten. Wieso?“

Während Jenapolis weitertippt klatscht der Online-Redaktion von „Hallo Jena!“ der Kopf auf die Tastatur.

Das wars.

PS:

18:45 Uhr: erneutes *piep piep,piep piep: „SMS-Senden fehlgeschlagen“

„Hallo Eisenberg!“ – Schreibwerkstatt bei der Polizei in Eisenberg erfolgreich angelaufen

Die Schreibwerkstatt zeigt Erfolge. In der Sitzung zum Thema „Realismus“ wurden erste Textbeispiele produziert. Die Polizeiberichte aus Eisenberg lesen sich wie minikurze Kurzgeschichten. Detailgetreu und wirklichkeitsnah wird das Alltagsleben der Provinzbevölkerung geschildert. Wir sagen, Bravo! Gut gemacht! und Nicht schlecht, für den Anfang! Leider leider fehlt uns was: und zwar die Thematisierung der Tristesse und Unzulänglichkeit des Eisenbergschen Lebens. Oder wird diese durch den Sachgehalt selbst vermittelt?

Geldbörse gefunden
Artikel vom: 17.01.2011

Eisenberg: Eine Geldbörse entdeckte ein 10-jähriger Junge vor der Volksbankfiliale in einem abtauenden Schneehaufen. Die Börse lag, wie sich später herausstellen sollte, bereits vier Wochen dort. Der Junge übergab sie seiner Mutter, welche wiederum die Polizei Eisenberg informierte. Eine Nachfrage beim Eigentümer der Geldbörse ergab, dass dieser sie bei einem Besuch in Eisenberg verloren hatte. Neben wichtigen persönlichen Unterlagen befand sich auch Bargeld in der Börse. iz

Außerdem haben wir ein nicht gelungenes Textbeispiel aus der „Realismus“-Sitzung der Polizei Eisenberg zu bieten. Wir schlagen vor, ganz im Sinne des Realismus, auch mal das Innenleben der Figuren zu beschreiben. Verbesserungswürdig sind außerdem kryptische Wortgruppen wie „verfassungswidrige Kennzeichen“ (Meinten sie das Autokennzeichen J-ud 88?) oder „verfassungsfeindliche Parolen“ und „verfassungsfeindliche Organisationen“.

Festnahme von zwei Randalierern
Artikel vom: 18.01.2011

Eisenberg: Zwei Jugendliche haben mehrere Fahrzeuge mit verfassungswidrigen Kennzeichen am Dienstagmorgen beschädigt. Die Täter waren stark alkoholisiert im Eisenberger Plattenbaugebiet unterwegs und riefen verfassungsfeindliche Parolen. Die Polizei nahm die beiden 20 und 23 Jahre alten Männer fest. Jetzt laufen Anzeigen wegen Sachbeschädigung und wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Weitere Geschädigte sollen sich bitte umgehend bei der Eisenberger Polizei melden: 750. fs

Trotzdem, alles in allem, Daumen hoch! an die Polizei Eisenberg!

Wir danken JenaTV für die Veröffentlichung der Beiträge und der Polizei Eisenberg für die Freigabe der Schreibübungen!

„Hallo Eisenberg“ – Polizei sucht irgendwas

Eisenberg: Bereits am Donnerstag, dem 06.01. war auf dem Eisenberger Steinweg gegen 09:30 eine ältere Dame gestürzt. Bei dem Sturz, der sich auf dem Gehweg zwischen Johannisgasse und Markt ereignete verletzte sie sich erheblich und musste durch den zu Hilfe gerufenen Notarzt in das Krankenhaus Eisenberg eingewiesen werden. Hinweise unter: 0 36 69 17 50. fs

Quelle: Polizeibericht

Scheiße ist natürlich, dass der Täter von vielen fleißigen Helfern geschützt bzw. die Tatwaffe(n) mutwillig zerstört und somit Beweismaterial vernichtet wurde.

„Hallo Jena!“ – Neues aus der Rubrik „Kurz gelacht“

Spaß oder Ernst?

„Ich hol immer von Schorba die Eier“

Mutige BürgerInnen der Risikogesellschaft stellen sich den Gefahren des Kapitalismus (Dioxin) wacker und rotbäckig entgegen. Dabei hilft das Vertrauen in „unsorn Händlern un Betriebm“ und das Wissen darum, dass man (ausschließlich) als Verbraucher immer der Gelackmeierte ist:

„Hallo Jena!“-Redaktion verlost

Die „Hallo Jena!“-Redaktion freut sich Eintrittskarten an euch verlosen zu können. Gewonnen haben wir diese vom Campusradio Jena, „können aber leider nicht hingehen.“ Es spielt die furchtbare Band „Kapelle Petra“, eine krude Mischung aus Lena Meyer-Dings, Kurt Krömer und neuer Lockerheit, heute abend „in der Rose.“ Deren Mischung aus vermeintlich bekloppter Lustigkeit und Indieattitüde schafft es, noch jede Dringlichkeit ins Lächerliche zu ziehen und sie zum Kurt-Krömer-Witz verkommen zu lassen. Ihr könnt diese tolle Band „kostenlos“ „genießen“ und auch sonst Feldstudien im Studentenclub betreiben, die wahrscheinlich nicht länger als 3 Minuten ertragbar sind. Wer Interesse hat schickt eine E-Mail an hallojenaredaktion@web.de und erhält dann einen Namen. Dies ist die Eintrittskarte. Achso, man darf noch eine weitere Person mitnehmen.

Hallo XXX,
du hast heute Abend zwei Karten für die Kapelle Petra gewonnen.
Du darfst also noch jemanden mitnehmen und ich lasse dich mit dem Namen „XXX XXX“ auf die auf die Gästeliste setzen.
Lieben Gruß aus dem Campusradio

„Hallo Jena!“ sagt: Zurückbleiben bitte!

Es freut die „Hallo Jena!“-Redaktion doch gar sehr, dass sie nach jenapolis, dem #1-Infodienst mit Herz für die Stadt, wenigstens die zweite Plattform sein kann, die informiert: er ist da, der Fortschritt, denn: Türen schließen automatisch. Konkret: Straßenbahntüren schließen automatisch.
Es ist ein besonderes Anliegen diese Neuerung in aller Deutlichkeit zu betonen, schließlich ist bekannt, dass allerlei technischer Schnickschnack zwar das klägliche Leben verschönern soll, dabei aber immer wieder vergessen wird, dass bspw. für Menschen Ü70 „das Neue“ nur schwer zu kapieren geschweige denn zu bedienen ist. Damals war halt alles, aber auch absolut alles, besser.

Die Entwicklung geht immer weiter, nur wir haben jetzt erst einmal das System.

Nun geschah es, dass eine deutsche Omi zu einem von fünf Straßenbahntüropfern 2010 wurde. Darauf entschloß sich der engagierte Ehemann der nun in Reha befindlichen Geschädigten, jenapolis vorzuschicken, um den Zuständigen des hiesigen öffentlichen Personennahverkehrs, „jenah“, einige Fragen zu stellen. Die Antworten sind lesbar Hände ringend und drucksend-feige formuliert. Der Börsengang steht kurz bevor. Es hätte so schön werden können mit dem technischen Fortschritt.
Kleiner Lacher am Ende: Der Hersteller der Tram-Wagen hat im Übrigen einen Namen, der die Verberuflichung pragmatischer Problemlösungen verspricht: „Bombardier“. Probleme sind ihm, nach Angaben der jenah, „nicht bekannt“.
Quelle: jenapolis

Endlich: „Hallo Jena!“ begrüßt Freiraum nur für Buben

Da lachen die Herzen und AntifemistInnen, deutsche Mütter und aufrichtige SozialpädagogInnen1 reichen sich die Hände: es wirkte auf zwei Praktikanten offenkundig dubios und nicht tragbar, dass eine Einrichtung der „Initiative Kinderfreundliche Stadt Jena“ mit dem auf’s Lohnarbeitsverhältnis vorbereitenden Namen „Kinderbüro“ überdurchschnittlich häufiger von Mädchen denn von Jungs aufgesucht wird. Das ließen sich zwei Lehramtstudenten (Englisch/Geschichte und Wirtschaftsrecht/ Sozialkunde) nicht auf sich sitzen und bevor eine Hausfrauisierung droht, ergriffen sie ihrerseits spontan die Iniative gegen die verdächtig weibischen Zustände.
Danke „Aktion Mensch“, dass du für homosoziales Schlittenfahren, Basteln und Initativen zum Erhalt der männlichen Vormachtstellung Geld bereit stellst. Die „Hallo Jena!“-Redaktion mag sich gar nicht ausmalen, was das für Zustände wären, wenn Mädchen und Jungen gemeinsam spielten. Außerdem wurde den „starken Jungs“ nicht nur mittels AG-Namen sondern auch konkreten Beschäftigungen nahegelegt, was sie kindjungengerecht so tun haben: Seifenkistenrennen, um schnell wie Windhunde den gesunden Konkurrenzgeist zu entwickeln; Graffiti-Workshop, damit die einen delinquent und die anderen bspw. erst Graffiti-Scout und dann Graffiti-Entferner werden. Oder auch dem klassischen heldenhaften Kämpfer mimend: ein Besuch bei der Feuerwehr2. Zum Abschluss des ‚Projekts‘ im kommenden Sommer werden die kleinen Vertreter des „starken Geschlechts“ unter freiem Himmel jagenZeit verbringen.
Quelle: jenapolis.

  1. vgl. Jenaplan; Peter Petersen [zurück]
  2. Ob der Workshop „Zündel Zündel – Die Top10 der besten Arten Feuer zu legen“ (in Vorbereitung auf das Abschlussevent unter freiem Himmel) durchgeführt wurde, konnte bis zum Redaktionsschluss nicht bestätigt werden. [zurück]