Archiv für Mai 2011

„Hallo Jena!“ – Innenspiegel, Außenspiegel, Schulterblick. Gedenken an gefallene Blinker

Gedenken an gefallene Blinker – Kranzniederlegung der Reservisten

Mit einer Kranzniederlegung gedachten am Sonntag Mitglieder der Reservistenkameradschaft Jena der Bundeswehr auf dem Landgrafen am dortigen Denkmal der im Ersten Weltkrieg gefallenen Blinker, die Angehörige einer in Jena stationierten Nachrichteneinheit waren.
Jena. Seit mehreren Jahren hat die Kameradschaft das Denkmal in Pflege und es erst vor einer Woche einer gründlichen Reinigung unterzogen, bei der u. a. Rindenmulch ausgebracht und Müll entsorgt wurde. Das auf Initiative des Vereins der ehemaligen Blinker nach dem Entwurf der Architekten Schreiter und Schlag gebaute Denkmal war vor 90 Jahren, am 29. Mai 1921, eingeweiht worden.

Die Reservisten nahmen die Zeremonie am Sonntag zum Anlass daran zu erinnern, dass die Bewahrung des Friedens und der Freiheit einen wichtigen Bestandteil der Bürgerrechte darstellen.

Quelle: OTZ

„Hallo Jena!“ – Meine Kuh, meine Scholle, mein Block

Dass Provinzler, die´s gerne und oft gut meinen, die Schlimmsten sind, zeigt dieser gutgemeinte, weil sowas wie antikapitalistische, Vorschlag einer besseren Welt. Denn die „McDonaldisierung“ und der „agrarindustrielle Komplex“ bedrohen die Scholle und die wiederum gilt es zu retten. „Hallo Jena!“ – Heimatschutz auf fast schon hohem Niveau.

Eigentlich darf, wer zur Vereinigung der entschleunigten und daher lebenswerten Städte Cittaslow (ursprünglich città lente) gehören möchte, nicht mehr als 50.000 Einwohner zählen. Wir könnten aber für unsere Betrachtung entweder Winzerla und Neulobeda kurz gedanklich ausklammern (diese könnten ja für sich genommen wiederum lebenswerter werden). Oder wir folgen Überlegungen, die bei 100.000 die Obergrenze eines funktionierenden städtischen Organismus sehen, ab dem sozusagen eine urbane Zellteilung erfolgen muss und setzen die Zahl auf dieses Maß hoch. Überschreitungen wären tatsächlich ausnahmsweise möglich wenn man denn tatsächlich Mitgliedschaft beantragt. Schließlich hat Jena doch den Experten für Entschleunigung: Hartmut Rosa.

Den Ausgangspunkt für Cittaslow bildete ein Spaghettiessen mehrerer italienischer Bürgermeister in Orvieto (Aufnahme rechts). Das Prinzip beruht auf den Grundlagen der Agenda 21. Es strebt eine endogene Stadtentwicklung an. Das heißt, regionale Besonderheiten sollen entgegen dem Trend der Globalisierung und McDonaldisierung erhalten werden. Gemeint sind vor allem die Homogenisierung des Essens durch den agrarindustriellen Komplex als auch die der Stadtzentren durch immer neue Einkaufszentren (siehe auch: Zum Umgang mit großen innerstädtischen Einkaufszentren). Angestrebt werden home towns statt clone towns. Und die Urbanität wird primär bedroht, wenn eingesessene Geschäfte schließen müssen. Cittaslow versteht sich dabei nicht als rückwärtsgewandt und insular, sondern versucht Programme für die einheimischen Betriebe anzubieten.

Zu den proklamierten Zielen gehören die Bewahrung eine charakteristischen Stadtstruktur und die Bewahrung traditioneller Herstellung regionaltypischer Produkte. Welch einen Verlust beispielsweise die Einstellung der Produktion von Jenaer Glas darstellt, lässt sich auch daran ablesen. (Nachfolger Trendglas ist wiederum auf Logistik nach und von Ungarn angewiesen.) Ein zentrales Anliegen ist auch die Schaffung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Ein solcher Ansatz existiert hier zwar mit dem Wirtschaftsring LANDMARK, ist aber weit entfernt von der offiziellen Wahrnehmung und Förderung.

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Quelle: Jenapolis, Überschrift

„Hallo Jena!“ – So ein Pech

Beim Thema „bekloppte Überschriften“ ist die OTZ immer ganz vorne mit dabei…

Jena muss wieder Asylbewerber aufnehmen

Das Haus Schulstraße mit seinen 80 Plätzen decke natürlich schon insofern nicht den Bedarf, als die genannten Aufnahme-Zahlen jährlich fällig sind und für jeden Asylbewerber-Fall oft mehr als ein Jahr Verfahrenzeit veranschlagt werden muss, erläuterte Barbara Wolf.

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Zu den Planungen würden auch Informationsveranstaltungen für die Jenaer in der Nachbarschaft der keinesfalls an der Peripherie einzurichtenden Unterkünfte gehören. Seela: „Es geht nicht, hier vollendete Tatsachen für die Jenaer zu schaffen. Dieser Anspruch ist berechtigt und hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun.“

Aus Reyk Seelas persönlicher Sicht muss Jena wie Deutschland überhaupt nicht mit einem zusätzlichen großen Ansturm aus Nordafrika rechnen. „Ich denke, da ist die Sprachbarriere zu hoch. Die meisten sind eher französischsprachig, und es wird sie eher nach Frankreich ziehen.“

Quelle: OTZ

„Hallo Jena!“ – Zwei kleine Italiener für Jenaprießnitz

Wenige Züchter kamen zum Treffen der Rassegeflügelzüchter des Kreisverbandes Jena. Kükenbörse war kommt gefragt. Gastgebender Verein Stadtroda und Umgebung erhält Lob für Nachwuchsarbeit

Quirla. Ganz vorsichtig hält Theresa die beiden Hühnerküken in den Händen, während ihre Mutter den Kauf perfekt macht. „Wir haben zu Hause schon drei kleine Hühnchen. Theresa liebt sie und sie isst auch gern Eier“, sagt Christina Haferrück. Während ihr Mann daheim noch am Hühnerstall baut, war sie am Sonnabendnachmittag mit ihrer Tochter aus Jenaprießnitz nach Quirla zur Kükenbörse gekommen. Die Familie hat sich für Italiener entschieden, eine Rasse, die gut Eier legt.

Da schwingt die „Hallo Jena!“-Redaktion doch gerne mal den Paint-Pinsel:

Quelle: die sich für keinen Kalauer zu Schade seiende OTZ

„Hallo Jena!“ – Klingelingeling, hier spricht der Automann

Der Name „i-Miev“ („ich stinke“, Anm. d. Red.) für ein gänzlich ohne Abgase fahrendes Elektroauto ist eigentlich ein ziemlicher Fehlgriff der Marketingabteilung. „Das heißt Mitsubishi innovative electric Vehicle“, übersetzt der Lobedaer Autohändler Marko Thiele rasch die Abkürzung.

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„Eine Tankfüllung an der Steckdose kostet 2,50 Euro, reicht maximal für 150 Kilometer. Das Auto hat einen Anzug wie ein Golf GTI völlig lautlos. Spitze 130 km/h“, schwärmt Thiele. Nur mit der Probefahrt, das gehe gerade nicht. „Unser Auto ist unterwegs und kommt erst abends zurück. Die Neugierde der Kunden ist sehr groß“, erklärt der Automann. Verkauft hat er noch keinen „i-Miev“. Das liegt sicher weniger an den sechs Stunden Ladezeit an einer gewöhnlichen Steckdose oder den 20 Minuten Schnellladung an 380 Volt Kraftstrom. Die Hürde ist der Preis: 35 000 Euro für ein Mini-Auto dafür gibts beim gleichen Händler ausgewachsene Geländewagen.

Quelle: TLZ

„Hallo Eisenberg!“ – Mann (63) macht product placement (ohne Namen) für Supergebiss

Während sich andernorts der Pöbel Wettkämpfe um die Austragung der Olympischen Wettkämpfe liefert, ist man in Thüringen wieder ganz „Außenseiter Spitzenreiter“: ein Mann aus Hainspitz (amtliches KFZ-Kennzeichen: SHK) mit offensichtlich viel Zeit und wenig Skrupel erfindet derweil ganz neue Sportarten. Hans-Jürgen Pietsch (besagter SHKler) hat damals bei der NVA (was DDRmäßiges, für die ernsthaft ironiefrei wertgeschätzten West-LeserInnen) seine Gesellschaftskritik einfach mal praktisch gemacht, in einen Tisch gebissen und mit der in die Zähne gelegten Kraft all seiner Wut/Dummheit ebendiesen Tisch angehoben. Es sollte sich lohnen: der erste, derartig angeknabberte Tisch befand sich in einer Kneipe, in der er fortan gratis einkehren konnte. Ein Teilerfolg.

Der 63-Jährige macht noch irgendwelche anderen, aber langweiligen Sportarten. Wem’s gefällt. Für Fame-versprechende Live-Auftritte mit dem Zahn-Tisch-Trick lässt er sich aber manchmal auch nicht lumpen und hat besondere Gimmicks parat:

Ich werde unter anderem ein Bierfass mit den Zähnen anheben, Personen hochheben, ein 10-Millimeter-Vierkant-Eisen und ein Hufeisen biegen und mal sehen, was noch.

Liebe Grüße an die wilhelminische Power!

Sie zerreißen ja auch ganze Telefonbücher, lassen sich 25-Kilo schwere Betonplatten auf dem Rücken zerschlagen und ziehen mit reiner Körperkraft Traktoren die Straße lang. Wie schaffen Sie das? Welche sind Ihre Geheimnisse?

Es gibt keine Geheimnisse, keine Tricks und kein Doping. Was ich den Leuten zeige, ist alles echt. Ich packe das mit Kraft, Konzentration und eisernem Willen. Ich habe wohl besonders gute Muskeln und feste, gesunde Zähne, wie meine Großmutter sie hatte.

Leider, liebe LeserInnen, liegt das Event bereits in der Vergangenheit. Dieser Umstand gibt aber den Anlass sich an alle Gemeinden im Umkreis zu wenden, dass sie doch bitte ihre eigenen Redaktionen ins Leben rufen und rechtzeitig auf derartige Events wie Nachrichten hinweisen mögen. Danke.

Quelle: OTZ Eisenberg.

Endlich offiziell: Jena ist zu provinziell

Nun, ein halbes Jahr später, winkt Jena dem abgefahrenen Zug hinterher – alle Projekte wurden abgelehnt, es dürfen nicht einmal Vollanträge gestellt werden. Und dabei wurde doch sogar auf die Kerngedanken der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung „Life, Liberty, Pursuit of Happiness“ zurückgegriffen. Wobei mit der Ersetzung des „Strebens nach Glückseligkeit“ durch „Light“ natürlich ein Bezug zur eigenen Region hergestellt wurde.

Quelle: Akrützel

Einfach mitmachen!

Eichplatz denken heißt Stadt denken! Denkt mal darüber nach!!

Quelle: Jenapolis