„Hallo Jena!“ – Meine Kuh, meine Scholle, mein Block

Dass Provinzler, die´s gerne und oft gut meinen, die Schlimmsten sind, zeigt dieser gutgemeinte, weil sowas wie antikapitalistische, Vorschlag einer besseren Welt. Denn die „McDonaldisierung“ und der „agrarindustrielle Komplex“ bedrohen die Scholle und die wiederum gilt es zu retten. „Hallo Jena!“ – Heimatschutz auf fast schon hohem Niveau.

Eigentlich darf, wer zur Vereinigung der entschleunigten und daher lebenswerten Städte Cittaslow (ursprünglich città lente) gehören möchte, nicht mehr als 50.000 Einwohner zählen. Wir könnten aber für unsere Betrachtung entweder Winzerla und Neulobeda kurz gedanklich ausklammern (diese könnten ja für sich genommen wiederum lebenswerter werden). Oder wir folgen Überlegungen, die bei 100.000 die Obergrenze eines funktionierenden städtischen Organismus sehen, ab dem sozusagen eine urbane Zellteilung erfolgen muss und setzen die Zahl auf dieses Maß hoch. Überschreitungen wären tatsächlich ausnahmsweise möglich wenn man denn tatsächlich Mitgliedschaft beantragt. Schließlich hat Jena doch den Experten für Entschleunigung: Hartmut Rosa.

Den Ausgangspunkt für Cittaslow bildete ein Spaghettiessen mehrerer italienischer Bürgermeister in Orvieto (Aufnahme rechts). Das Prinzip beruht auf den Grundlagen der Agenda 21. Es strebt eine endogene Stadtentwicklung an. Das heißt, regionale Besonderheiten sollen entgegen dem Trend der Globalisierung und McDonaldisierung erhalten werden. Gemeint sind vor allem die Homogenisierung des Essens durch den agrarindustriellen Komplex als auch die der Stadtzentren durch immer neue Einkaufszentren (siehe auch: Zum Umgang mit großen innerstädtischen Einkaufszentren). Angestrebt werden home towns statt clone towns. Und die Urbanität wird primär bedroht, wenn eingesessene Geschäfte schließen müssen. Cittaslow versteht sich dabei nicht als rückwärtsgewandt und insular, sondern versucht Programme für die einheimischen Betriebe anzubieten.

Zu den proklamierten Zielen gehören die Bewahrung eine charakteristischen Stadtstruktur und die Bewahrung traditioneller Herstellung regionaltypischer Produkte. Welch einen Verlust beispielsweise die Einstellung der Produktion von Jenaer Glas darstellt, lässt sich auch daran ablesen. (Nachfolger Trendglas ist wiederum auf Logistik nach und von Ungarn angewiesen.) Ein zentrales Anliegen ist auch die Schaffung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Ein solcher Ansatz existiert hier zwar mit dem Wirtschaftsring LANDMARK, ist aber weit entfernt von der offiziellen Wahrnehmung und Förderung.

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Quelle: Jenapolis, Überschrift


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